Eigenkapital: fehlt!
Kredit für Selbständige
Auch ein Selbstständiger, der mit seinem Unternehmen vor nicht allzu langer Zeit begonnen hat, kann einen Kredit in Anspruch nehmen, um eine Immobilie zu finanzieren. Er muss sich allerdings etwas genauer auf dem Markt umschauen. Viele Banken möchten erst einmal drei testierte Bilanzen sehen, bevor sie mit einem Unternehmer überhaupt über einen möglichen Kredit sprechen.
Mit Hilfe eines speziellen Finanzierungsprogramms ist eine Fremdfinanzierung von 100% des Kaufpreises einer Immobilie und von acht Prozent Nebenkosten möglich. Das Programm trägt bei Absolventen und Selbstständigen also bestenfalls 108% des Immobilien-Kaufpreises und kann auch von Nicht-EU-Bürgern in Anspruch genommen werden. Letztlich existiert für Selbstständige eine ganze Reihe von Programmen für die Unternehmens- oder Projektfinanzierung: etwa Kredite mit besonders niedrigen Zinsen für Startup- und gestandene Unternehmen oder Bürgschaften, mit denen sich eine Finanzierung von bis zu 100% realisieren lässt. Für die professionelle Entwicklung eines Businessplans oder die Optimierung solch eines Plans ist ebenfalls eine bis zu fünfzigprozentige Förderung möglich.
Zwei Fallbeispiele
Als junger Mensch haben Sie ein Netto-Einkommen von 25.000€ im Jahr. Sie planen, in eine Eigentumswohnung zu investieren, die Sie 200.000€ kosten würde. Integriert in Ihre Kalkulation sind fünf Prozent Nebenkosten. Sie besitzen etwas Sparkapital, das Sie sich allerdings für Notfälle bewahren möchten. Solch eine Finanzierung ist machbar.
Seit zehn Jahren zahlt Ihre Familie für den Kredit, der damals für den Kauf eines Einfamilienhauses aufgenommen wurde. Nach Ablauf der Zinsbindung beträgt die Restschuld 180.000€. Zusätzlich haben Sie im Lauf der Jahre einen Ratenkredit-Vertrag abgeschlossen, der Ihre Schuldsumme um 20.000€ erhöht. Durch eine kluge Umschuldung fassen Sie beide Kredite zu einem neuen zusammen, bei dem sich die monatlichen Ratenzahlungen verringern und der Zinssatz günstiger ist.
Für Selbstständige ergibt sich die Möglichkeit einer günstigen Immobilienfinanzierung, sofern ihr Unternehmen bereits seit mindestens zwei Jahren existiert und bereits mindestens ein Bescheid der Steuer vorliegt. In diesem Fall können bis zu 100% des Beleihungsauslaufs vom angemessenen Kaufpreis fremdfinanziert werden. In den alten Bundesländern entspricht das etwa 90% des angemessenen Kaufpreises, in den neuen Bundesländern etwa 85%.
Fallbeispiel
Als erfolgreiche Unternehmerin hat Susanne Z. vor drei Jahren ihre Eventagentur gegründet. Sie kann Steuerbescheide für eine Finanzierung vorlegen. Nun plant sie im Alter von 32 Jahren, eine Loft zu kaufen, um darin zu wohnen. Da die Erträge aus den ersten Jahren unternehmerischer Tätigkeit konsequent in den Ausbau des Unternehmens investiert wurden, ist die Eigenkapitaldecke von Susanne Z. gering. Dann beträgt die für Sie maximale Darlehenssumme 750.000€. Dafür muss Sie nur einerseits den Steuerbescheid vorlegen und andererseits den Nachweis, dass sie seit mindestens zwei Jahren mit ihrer Agentur unternehmerisch tätig ist.









