Libor (Schweizer Franken, US-Dollar, Yen) und Euribor (Euro) sind Begriffe für Zinsen, die auf ausgeliehenes Geld am Geldmarkt anfallen. Festgeschrieben wird der Zinssatz bei kurzfristigen Leih-Vorgängen für drei, sechs, neun Monate oder für ein Jahr, zwei… Jahre. Auf dem Kapitalmarkt wird der Zinssatz in der Regel länger festgeschrieben.

Banken in London
Es sind Banken in London, die Tag für Tag den LIBOR (London InterBank Offered Rate) festlegen, den Zinssatz, der für viele Geschäfte des Devisenhandels gilt. Als Ableitung mit Bezug auf eine bestimmte Währung existiert beispielsweise der Yen-Libor. Für den Handel des Euro nutzt man den EURIBOR genannten Zinssatz. Die so genannten Leitzinsen sind eine Vorgabe der Zentralbanken. Nicht selten spielen die allerdings auf den Märkten keine besonders große Rolle. Angebot und Nachfrage sind hier entscheidende Faktoren.

LIBOR beim Devisenkredit
Festgelegt wird der LIBOR in der Regel für kurze Zeiten, die beispielsweise einen Monat, zwei, drei, sechs, neun oder auch zwölf Monate betragen. Entscheiden Sie sich etwa für einen Devisenkredit in der Währung Yen, so wird die Kreditgeber-Bank sich die passende Summe auf dem Devisenmarkt besorgen müssen. Der jeweilige LIBOR-Zinssatz bestimmt dann, wie viel die Bank für das aufgenommene Geld zusätzlich neben der Rückzahlung der aufgenommenen Summe bezahlen muss. Die Bank zahlt das allerdings in der Regel nicht selbst, sondern gibt diese Kosten an den Kreditnehmer weiter. Eventuell fallen zusätzlich eine Marge und ein Risikoaufschlag an. Das hängt beispielsweise von der Kreditlaufzeit, von der Bonität des Kreditnehmers und natürlich von der jeweiligen Finanzstrategie des Kreditgebers ab.

Beispiel
Bei einem Devisenkredit fallen die Zinsen meistens erst im Nachhinein an. Eine feste und kalkulierbare Rate ist dann nicht gegeben. Ein Beispiel: Sie haben 100.000 Euro aufgenommen und erst einmal zwei Prozent Zinsen vereinbart. Bei einem um zehn Prozent gestiegenen Währungskurs, werden plötzlich 2,2% Zinsen fällig. Bei einem um zehn Prozent fallenden Währungskurs, haben Sie dagegen mit einem Mal nur noch 1,8% Zinsen zu bezahlen. Bei laufenden Tilgungen gilt Ähnliches.

Synchronisationen
Inflation und Deflation werden heute global verbreitet. Vehikel ist hier der Petrodollar im Handel mit Rohstoffen. Das synchronisiert die Entwicklungen des Zinssatzes weltweit. Eine ähnliche Korrelation (bei einem Wert in Richtung EINS) gibt es beispielsweise bei Aktien. Werfen Sie einen Blick auf die hier veröffentlichten Charts. Japan verzeichnet den niedrigsten Zinssatz von knapp über einem Prozent. Zu verdanken ist das einer japanischen Geldpolitik, die über einen Zeitraum von über zehn Jahren mit einem Nullzins oder gar einem Negativzins gearbeitet hat.

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