Wir möchten Sie an dieser Stelle ein bisschen mit der Geschichte der Devisenkredite (Fremdwährungskredite) vertraut machen. Weitere Themen, die wir hier anschneiden, sind das Gesetz der Zinsparität, Währungskurse, Gleichgewicht des Marktes und Abwertung von Kursen.
Die Geschichte
Beginnen wir mit der Geschichte der Devisenkredite (Fremdwährungskredite). Quasi erfunden wurde diese Form des Darlehens in Großbritannien im Jahr 1985. Von dort aus wanderte sie nach Österreich (1987). Ziel der ersten Devisenkredite war die Ausnutzung von Niedrigzinsen in Deutschland. Gebrauch von den angebotenen Fremdwährungskrediten konnten erst einmal nur wenige Unternehmen machen. 1989 wurde jedoch das Devisenrecht so liberalisiert, dass weitere Unternehmen und auch Privatpersonen Zugriff auf Devisenkredite und somit auf eine interessante alternative Form der Kreditaufnahme bekamen.
Zyklen
Zinsen und Währungskurse entwickeln sich unter anderem deshalb teils extrem unterschiedlich, da sie sich innerhalb von kurz-, mittel- und langfristigen Zyklen bewegen. Hoffnung und Furcht spielen eine Rolle auf den Märkten und beweisen, dass neben den nackten Zahlen auch die Psychologie ihre Rolle spielt. Preisschwankungen werden durch unterschiedlichste Faktoren beeinflusst. Wird etwa die öffentliche Meinung derzeit dominiert von extremen Ansichten und heftigen Kontroversen, so schlägt sich das in der Regel auch in extremen Preisen wieder. Beherrschen ungewöhnliche Ereignisse die Gesellschaft eines Landes, so ist auch mit heftigen Ausschlägen der verschiedenen wirtschaftlichen Kurse zu rechnen. Wirtschaft ist nicht von Gesellschaft abgehoben.
Reziproke Kurse
Devisenmärkte unterscheiden sich beispielsweise darin von anderen Märkten, dass die jeweiligen Kurse stets reziprok sind. Sie beziehen sich auf eine andere Währung. Spricht man etwa von einem steigenden Schweizer Franken, so ist damit die Relation zu einer anderen Währung gemeint: Es bedeutet also etwa, dass der Schweizer Franken im Wert gegenüber dem US-Dollar steigt und dass der US-Dollar zugleich im Vergleich zum Schweizer Franken fällt. Der Wertgewinn der einen bedeutet einen Wertverlust der anderen Währung. Das unterscheidet den Devisenmarkt etwa vom Aktienmarkt.
Gleichgewicht
Auf lange Sicht gesehen bewirken die Kräfte auf dem Markt immer ein Gleichgewicht. Politische Maßnahmen und externer Einfluss können derartige Bewegungen zwar verlangsamen, aber nicht aufhalten. Der reale effektive Wechselkurs wird sich deshalb langfristig gesehen auf ein Niveau zu bewegen, das intern wie extern zu einem Marktgleichgewicht passt. Die Leistungsbilanzen erreichen dauerhafte Werte.
Währungskurse und Bilanzen
Defizite in der Zahlungsbilanz bedeuten stets auch abgewertete Währungskurse. Umgekehrt ergeben sich aus Überschüssen in der Zahlungsbilanz aufgewertete Kurse. Länder können durchaus in eine Art Abwärtsstrudel geraten, bei dem etwa ein hohes Defizit im Haushalt auch Defizite im Handel und in der Zahlungsbilanz nach sich zieht. Im schlechtesten Fall entsteht eine stetige Wechselwirkung der Defizite, durch die letztlich auch das Währungssystem zusammenbrechen kann.
Zinsparität
Durchlaufen zwei Länder in etwa dieselben Konjunkturphasen zur selben Zeit, lässt sich Folgendes beobachten: Mit einem höher steigenden Währungskurs, sinken die Zinsen, während die Zinsen bei fallendem Währungskurs steigen.
Fällt ein Währungskurs aufgrund struktureller Ungleichgewichte zwischen zwei Ländern, so bleibt die Höhe der Zinsen in der fremden Währung entweder gleich oder sie sinkt ebenfalls. Bestimmt anschließend Wachstum die Wirtschaft eines Landes und wird Auslandskapital angezogen, so führt das zu einem steigenden Währungskurs.









