Er war sehr stark, der US-Dollar: zumindest früher einmal. Zu jener Zeit verfolgte die Wechselpolitik der USA streng nationale Interessen. Basis dieser Politik war die Funktion des US-Dollars als führende Währung der Welt, war die Weltmacht-Stellung der USA und die Funktion der US-Notenbank als bedeutender Aktionär mit internationalem Großkapital.
Eingriffe mit tief greifenden Folgen
Die USA hat unzählige Male geheime Fonds und Sonderteams der FED (US-amerikanische Notenbank) genutzt, um in Phasen mit schwacher Handelsbilanz der USA den weltweiten Handel zugunsten der USA zu beeinflussen. Ernsthafte Abwehrreaktionen hat es keine gegeben. Die Eingriffe führten auf dem Devisenmarkt immer wieder zu hohen Schwankungen (Volatilität). Gleichgewichte wurden dadurch — so der US-Professor R. A. Mundell — aufgelöst, Handelspartner wurden aus Sicht der USA zu Feinden. Das Defizit in der Zahlungsbilanz der USA stieg etwa ab den 60er Jahren an. Schulden werden mit Hilfe der Instrumente Inflation und Deflation umverteilt; die Dauer des Zyklus beträgt 30 Jahre. Durch exportiertes Kapital und den Petrodollar beeinflusst er nahezu weltweit die Wirtschaft. Die Federal Reserve Bank sieht Kreditschöpfung als eine ihrer wesentlichen Aufgaben an; die daraus entstehenden Einnahmen sind gewaltig.
Aggressive Geldmengenpolitik
Das vorab Beschriebene führte zu einer Geldmengenpolitik, die als aggressivste der Finanzgeschichte gilt. Die USA warfen so viele neue US-Dollar innerhalb von fünfzehn Jahren auf den Markt wie in den 100 Jahren davor. Wie eine Bluttransfusion sollte es wirken, den Geldkreislauf am Leben halten, den US-Markt vor Deflation bewahren. Aber diese Strategie bringt auch aus USA-Sicht negative Begleiterscheinungen. Größere Mengen Kapital flüchten in den Schweizer Franken und in den Euro. Als Maßnahmen werden der US-Dollar abgewertet und die Zinsen für eine Schuld-Umverteilung der Vereinigten Staaten erhöht.









