Wie funktionieren Wechselkurse und Devisenkurse?

Der Kurs, zu dem US-Dollar in Euro getauscht werden können, nennt sich Wechselkurs. Der Kurs, zu dem sich ein Tausch von Euro in US-Dollar realisieren lässt, wird dagegen Devisenkurs genannt. Devisen- und Wechselkurse bilden zusammen das Wechselkurssystem.

Marktentwicklung oder Gesetzbeschluss
Angebot und Nachfrage regeln wie auf vielen Märkten auch auf dem Devisenmarkt die Kurse. Sie sind also entscheidend für die Höhe der Devisen- und der Wechselkurse. Das ist häufig so, aber nicht immer. Mitunter bestimmt auch der Gesetzgeber den Kurs. Das war beispielsweise in Deutschland der Fall, als der Euro die Deutsche Mark abgelöst hat. Für 1,95583 Deutsche Mark gibt es bis heute einen Euro. Dieser Kurs gilt unabhängig von allen Tendenzen auf dem Devisenmarkt.

Ankerwährung
Existieren Strukturunterschiede in der Wirtschaft, so können bei flexiblem Kurssystem die Devisenkurse für einen Ausgleich sorgen. In Systemen mit starren Kursen können nur Maßnahmen am Arbeitsmarkt oder in Bezug auf die Preise eines Landes diese strukturellen Unterschiede korrigieren. Das kann zu Preis- und auch zu Arbeitskämpfen auf den entsprechenden Märkten führen. Beim Tauschen von Devisen existieren aber nicht nur starre oder flexible Wechselkurssysteme, sondern auch Systeme mit De-Facto- Ankerwährungen. Sie werden etwa von Schwellenländern und Entwicklungsländern verwendet. Deren Währungen werden an den US-Dollar gekoppelt, sodass für Investoren aus dem Ausland mehr Sicherheiten gegeben sind. Die jeweiligen Kurse der Währungen entwickeln sich abhängig von der Entwicklung der Ankerwährung. Der US-Dollar hat für solch eine Anbindung allerdings an Bedeutung verloren. Während im Jahr 1978 noch insgesamt 43 Währungen mit dem US-Dollar verbunden waren, sank die Zahl auf 21 im Jahr 1997.

Flexible und reglementierte Wechselkurssysteme
Flexible Wechselkurssysteme werden auch floatende Wechselkurssysteme genannt. Der Staat greift in solche Systeme nicht ein. Verkündet der Staat dagegen Pläne für Eingriffe, die anschließend realisiert werden, oder greift er innerhalb eines festgelegten Rahmens — etwa zur Stabilisierung des Exports — in das Wechselkurssystem ein, so handelt es sich um ein reglementiertes System des Wechselkurses. Schwankungen von bis zu 15% sind in solch einem System durchaus normal. Von Eingriffen ins Wechselkurssystem spricht man beispielsweise, wenn Staaten eigene Währung auf dem Devisenmarkt verkaufen oder aber ankaufen. Das kann etwa dazu dienen, die eigene Währung abzuwerten oder aber zu stabilisieren. Im Fall einer Flutung lokaler Märkte mit ihrer Währung, sinkt der Währungskurs, falls das jeweilige Land nicht mit Abwehrmaßnahmen reagieren kann.

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